Roy Rogers  (Leonard Franklin Slye; 05. November 1911 - 06. Juli 1998)

 In den ersten Jahren der "Singing Cowboys", sozusagen den Vorboten der Country Music, war neben dem legendären Gene Autry (siehe auch Ausgabe März 1999) ein weiterer Superstar an Hollywoods Sternenhimmel zu sehen - Roy Rogers. Es sind erstaunliche Parallelen festzustellen, die die Karieren dieser beiden Künstler verbindet und sie vor allen anderen an die Spitze dieser Epoche stellt.

Sicherlich, es gab noch ein Vielzahl weiterer exzellenter und überaus erfolgreicher Cowboy Stars wie Jimmy Wakely, Tex Ritter oder Tex Fletcher, doch ein letztendlich vergleichbarer Stellenwert wurde keinem von ihnen zuteil. Die Gründe liegen unzweifelhaft in der künstlerischen Vielseitigkeit und der jeweils über sechzigjährigen Kariere dieser beiden Persönlichkeiten. Zu aller Verwunderung haben sich ihre Weg dennoch eher selten gekreuzt, sondern verliefen vielmehr parallel.

Rogers Erfolgsstory ist eng verbunden mit der seiner Frau und Filmpartnerin Dale Evans, die er bereits 1947 heiratete. Bereits drei Jahre zuvor drehten sie ihren ersten gemeinsamen Film "The Cowboy And The Senorita" - der Beginn einer einzigartigen gemeinsamen Lebensgeschichte.

Diese beginnt eher unauffällig, die Eltern sind Farmer, der Vater Andrew Slye, zeitlebens Rogers großes Vorbild spielt Gitarre, die Mutter Mandoline, allesamt jedoch ohne professionellen Anspruch ausschließlich zum Hausgebrauch.

Im Jahr 1930 zieht Rogers mit seiner Familie nach Kalifornien, wo er zunächst als Schuhverkäufer, Erntehelfer und LKW-Fahrer tätig wird. Der erste Auftritt als Entertainer erfolgt im Programm der "Midnight Frolic" Show eines regionalen Amateur-Radio-Senders. In unterschiedlichen Formationen bilden sich die ersten Cowboy-Bands mit Roy Rogers, der sich damals noch Dick Weston nennt, als Frontman: "International Cowboys", Rocky Mountaineers", "O Bar O Cowboys" und "Jack and his Texas Outlaws". Der entscheidende Schritt erfolgt mit der Formierung des "Pioneer Trios" zusammen mit seinen Freunden Tim Spencer und Bob Nolan. Die Erweiterung zu den legendären "Sons Of The Pioneers" läßt nicht mehr lange auf sich warten, 1934 gilt als Geburtsstunde dieser Band. Der Film- und Radiomarkt brennt nun mehr und mehr in Hollywood und die Filmgesellschaften sind auf der Suche nach Charakterdarstellern und Sängern. Dem für Republik Pictures tätige Sol C. Siegel kommt Roy Rogers gerade recht, innerhalb kürzester Zeit baut er ihn zu einem zweiten Gene Autry auf und plaziert ihn an den entscheidenden Schnittstellen. Sein erster Film "The O.K. Corral" entsteht im Jahr 1937. "Roy Rogers" wird zu seinem neuen Künstlernamen und auch sein geliebtes Pferd "Golden Cloud", wird kurzer Hand umgetauft und hört von nun an auf den Namen "Trigger".

In den 50er Jahren macht die eigene, von NBC produzierte, TV-Serie die Rogers zu der wohl bekanntesten Familie der USA. "Happy Trail", ein Song, den Ehefrau Dale Evans angeblich in nur drei Stunden geschrieben haben soll, wird zur Erkennungsmelodie dieser Serie und darüber hinaus zu der dieses Paares überhaupt. Neun Kinder werden großgezogen, 16 Enkel und 33 Großenkel werden Roy und Dale über ihr Leben hinweg begleiten.

Die Country Hall of Fame nimmt Roy Rogers 1978 auf, er ist nun gleich doppelt dort vertreten, mit den Sons Of The Pioneers und als Einzelkünstler. Auf dem bekannten Walk Of Fame in Hollywood ist er auf gleich vier Sternen zu sehen, sie stehen für seine Verdienste in den Sparten Radio, Film, Records und Film.

Ab den 70ern wird es reichlich ruhig um die Rogers, die Gründe darin liegen natürlich in der inzwischen stark veränderten Medienlandschaft und ohne Zweifel auch am fortgeschrittenen Alter Rogers. Eine Tribute CD aus dem Jahr 1991 mit Willie Nelson, den The Kentucky Headhunters und Emmylou Harris wird zum absoluten Topseller, ein Indiz für die nach wie vor enorme Popularität von Roy Rogers. Auf dieser Produktion ist auch sein letzter, in den Charts vertretener Titel "Hold On, Partner", im Duett mit Clint Black, enthalten.

Das "Roy Rogers & Dale Evans Museum", am Interstate 15 in dem Örtchen Victorville in Kalifornien gelegen, beherbergt neben einer lebensgroßen Statue von Trigger eine gehörige Menge an persönlichen Dingen von Roy und Dale. Darunter eine riesige Waffensammlung, Rogers erste Gitarre, eine Aida, sowie eine Unmenge an Bilder, Artikeln und sonstigen Accessoires des weltbekannten Paares. "This Is Our Live" lautet das Motto dieser Einrichtung, für die sich beide persönlich engagiert haben.

Auch für die Gitarrenwelt hatte Roy Rogers einen nicht zu unterschätzenden Einfuß in Bezug auf die Popularität einzelner Modelle. In seinem wohl letzten Interview für das Vintage Guitar Magazine im Mai des vergangenen Jahres nannte er seine Gibson Super 400 als die für ihn wichtigste Gitarre.

Zuhause in Apple Valley, Kalifornien verstarb Roy Rogers am 6. Juli 1998 an Herzversagen. Neben Gene Autry und Frank Sinatra verliert das Show-Buisness mit ihm eine weitere Schlüsselfigur dieses Genres in einem einzigen Jahr.

  

Tips und Adressen:

Roy Roger and Dale Evans Museum

15650 Seneca Road

Victorville, CA 92392

Phone: (619) 243-4547

 

 

CD`s (Allgemein Cowboy Songs)

·        Sons Of The Pioneers Vol. 1 (RCA 9744)

·        Gene Autry - Sing Cowboy Sing (CD Box mit Booklet: Rhino R4 72630)

·        Back in the Saddle Again (New World Records)

·        The Cowboy Album - Various Artists (Warner Western WBR 26935)

·        Cowboy Songs on Folkways (Smithsonian Folkway CD - SF 40043/D1279)

·        Songs of the West - Various Artists (Box mit Booklet und vier CD`s: Rhino R2 71263)

 

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